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Zeckenstiche bei Haustieren und ihre Folgen

Home Ratgeber Wissenswertes Mrz 13, 2018 | show | view 461



ZeckeEs ist wieder soweit: Die Tage werden länger und die wärmende Sonne, lässt die Glückshormone tanzen. Doch was des einen Freud, ist wie so oft, des anderen Leid. Frühlingszeit ist Zeckenzeit, das wissen vor allem die Haustierhalter nur zu gut. Kaum bewegen sich die Temperaturen ein paar Tage lang im Plusbereich, bringen der umherstreifende Stubentiger oder Bello, vom täglichen Gassigang, beinahe regelmäßig ungeliebten Besuch mit ins Haus. Davon abgesehen dass sich die meisten Heimtierbesitzer vor den kleinen Blutsaugern ekeln, bergen sie zudem ein enorm hohes Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier. In diesem Artikel möchten wir euch im Folgenden, zu einem kurzen Überblick über die Gefahren eines unbemerkten Zeckenstichs (umgangssprachlich: Zeckenbiss) bei euren Lieblingen -insbesondere dem Hund- verhelfen.



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Von Zecken auf den Hund übertragbare Krankheiten – die Borreliose

In Hinsicht auf die am häufigsten von Zecken auf Hunde übertragenen Krankheiten, ist hier an erster Stelle die Borreliose zu nennen. Bedenkt man, dass schätzungsweise jede dritte Zecke den Borreliose-Erreger in sich trägt, ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass nicht nur Menschen, sondern auch Hunde einem hohen Risiko ausgesetzt sind, an der bakteriellen Infektionskrankheit zu erkranken. Auch wenn eine Infektion nicht zwingend auftreten muss, so können die Folgen einer tatsächlichen Übertragung der Borrelien verheerend sein.

Doch wie erkennt man die Borreliose denn nun und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Das erste, jedoch nicht zwingend auftretende Symptom, ist die sogenannte Wanderröte. Breitet sich um den Einstich herum eine rötliche Färbung der Haut aus, so sollte dies jeden Haustierbesitzer hellhörig werden lassen. Auch Schwellungen der Einstichstelle, weisen auf eine Entzündung hin und sollten vom Tierarzt abgeklärt werden. Ein Bluttest kann hier Aufschluss bringen. Jedoch sollte hierbei bedacht werden, dass auch der Tierarzt anhand eines positiven Testergebnisses nicht eindeutig bestimmen kann, ob es sich um eine akute Infektion oder eine Antikörperbildung – als Resultat auf einen länger zurückliegenden Stich handelt. Weitere, eher unspezifische Symptome, die zumeist erst später – manchmal sogar erst nach mehreren Monaten auftreten können, sind unter anderem Abgeschlagenheit, Futterverweigerung, schmerzende Gelenke oder sogar Erkrankungen der Nieren, des Herzens bis hin zu Lähmungserscheinungen. Um eine erfolgreiche Antibiotikatherapie beginnen zu können, sollten also bereits die ersten Anzeichen auf eine vermutete Borrelioseinfektion, ernst genommen und das Tier tierärztlich untersucht werden. Gut zu wissen: Anders als beim Menschen, können Hunde vorbeugend gegen Borreliose geimpft werden.

Von Zecken auf den Hund übertragbare Krankheiten – die Babesiose

Anders als bei der Borreliose, sind der Mensch und auch andere Tierarten, durch die beim Hund krankheitsauslösenden Erreger nicht gefährdet. Wirtsspezifische Babesien, können allerdings auch bei ihnen zu einer Erkrankung führen. Galt die Babesiose früher noch als Reisekrankheit, so verbreitet sie sich mit der Auwaldzecke mittlerweile auch nördlich der Alpen.

Die Babesiose oder auch „Hundemalaria“ genannt, führt in der akuten Phase unbehandelt innerhalb weniger Tage zum Tod des Tieres. Die einzelligen Babesien befallen die roten Blutkörperchen ihres Wirts und zerstören diese, was zu einer Anämie (Blutarmut) führt. Innerhalb der ersten drei Wochen nach Ansteckung, beginnt die akute Phase der Erkrankung. So setzt hier hohes Fieber ein und gelegentlich wird von den Haltern dunkler Urin bei ihrem Tier beobachtet. Hierauf folgen häufig Lust -und Appetitlosigkeit. Auch Gewichtsverlust, Gelbsucht und Netzhautablösungen können auftreten. Auch eine Schädigung des Zentralnervensystems im späteren Verlauf, ist nicht auszuschließen. Obwohl die Babesiose die wohl gefürchtetste Hundeerkrankung in Frankreich ist und mittlerweile auch in Deutschland vorkommt, ist eine Impfung hierzulande nur schwer zu erhalten. Gerade deshalb, sollte ein ausreichender; vorbeugender Zeckenschutz hier im Vordergrund stehen. Sollte es dennoch zu einer Ansteckung gekommen sein, wird der Tierarzt ihrem Liebling ein sogenanntes Antiprotozoika, – also ein Mittel zur Bekämpfung einzelliger Parasiten – verschreiben. Bedingt durch die Anämie, können ebenfalls Bluttransfusionen und Infusionen nötig sein, um einen erhöhten Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Eine Prognose bei einer Hunde-Malaria lässt sich nur schwer abgeben. So spielen hier u.a. Alter und allgemeiner Gesundheitszustand des Tieres eine entscheidende Rolle. So heilt die Babesiose gelegentlich vollständig aus, kann – wie bereits oben erwähnt -, jedoch auch zum Tode führen.

Von Zecken auf den Hund übertragbare Krankheiten – die Anaplasmose

Der auch bei uns beheimatete Holzbock, gilt als Überträger einer weiteren tückischen Erkrankung – der Anaplasmose. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Zoonose. Dies bedeutet, dass der Erreger auch andere Säugetiere – so auch den Menschen, befallen kann. Leider wird diese Infektion in Deutschland noch immer zu selten in Betracht gezogen und in Folge dessen häufig falsch therapiert. Das traurige Ergebnis: die Überlebenschancen der Patienten stehen oft schlecht. Dabei wird in Deutschland von einer Zeckenbefallsrate von ca. 2-5 % ausgegangen. Anders formuliert, könnte theoretisch jede zwanzigste Zecke mit dem Bakterium „Anaplasma phagocytophilum“ befallen sein.

Oft verläuft die Erkrankung stumm. Wenn sie allerdings ausbricht, befallen die Anaplasmen bestimmte weiße Blutzellen, die Granulozyten. Nachdem sie sich in ihnen vermehrt haben, werden die Zellen vom Bakterium zerstört. Das Tier bekommt Fieber; gelegentlich Nasenbluten, wirkt apathisch und schlapp. Hinzu kommen häufig Atemnot, Erbrechen und Durchfall. Gelenkentzündungen, Krämpfe, Lähmungen und Schwellungen der Lymphknoten können folgen. Beim Vorliegen klinischer Symptome, erfolgt eine Antibiotikatherapie über zwei bis vier Wochen. Auch bei dieser Erkrankung existiert keine vorbeugende Impfung, weshalb das Augenmerk hier auf regelmäßige Zeckenkontrolle und abwehrende Mittel gelegt werden sollte. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, kann von einem positiven Therapieverlauf ausgegangen werden. Andernfalls ist die Prognose leider eher ungünstig.

Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Die oben aufgeführte Liste, ließe sich jetzt zum Beispiel um die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) oder auch die Ehrlichiose erweitern. Eine Menge Gründe, um entsprechende vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Doch egal wie viel Mühe man sich auch gibt, einen hundertprozentigen Schutz für unsere Lieblinge gibt es leider nicht. Dennoch können wir die Gefahren wenigstens nach bestem Wissen und Gewissen minimieren. Ein tägliches Kontrollieren und Absammeln von mitgebrachten Zecken, bietet eine solide Basis zur Vorsorge. Bedenkt man, dass es zumeist mehrere Stunden benötigt, ehe die Zecke die Bakterien übertragen hat, wird schnell klar, weshalb ein baldiges Entfernen von so großer Bedeutung ist. Zudem bietet die Pharmaindustrie viele wirksame Mittel an, die Zecken erfolgreich töten können oder unsere Vierbeiner zumindest uninteressanter für die lästigen Blutsauger werden lassen. Auch auf Hausmittelchen schwören so manche Haustierbesitzer, während sich Andere um deren Wirksamkeit streiten. So liest man häufig von der auf Zecken abschreckenden Wirkung von Knoblauch. Ob es diese nun gibt oder auch nicht – wie so oft, ist auch hier Vorsicht geboten. So kann Knoblauch ab einer gewissen Menge, zu Vergiftungen bei Hunden führen. Bereits 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht können das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen zerstören und so zu einer Anämie führen.

Schlussendlich soll es jedem selbst überlassen sein, wie er seinen Liebling schützen möchte. Wichtig ist vor allem, dass man sich seiner Verantwortung für das Tier und sich selbst bewusst ist und eine regelmäßige Prophylaxe vorgenommen wird.

 

 

 

 



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