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Siemens – Schließung von zwei Werken in Sachsen

Home News Wissenswertes Nov 17, 2017 | show | view 575



Siemens

Die Werke Siemens werden in Görlitz und Leipzig geschlossen. Es könnte dabei zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Weltweit werden fast 6900 Jobs gestrichen, davon etwa die Hälfte in Deutschland und in Görlitz und Leipzig sollen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden, da es Probleme in der Kraftwerks- und in der Antriebssparte von Siemens gibt.

 

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich findet die angekündigte Schließung von zwei Standorten im Freistaat Sachsen als „unverantwortlich“. Er hat überhaupt kein Verständnis für diese Entscheidungen, die eine regionale Verantwortung eines großen deutschen Konzerns vermissen lassen. Auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig ist sehr wütend und empört über die Entscheidung. Es könne nicht sein, dass trotz enormer Rekordgewinne des Unternehmens die Verantwortung „…für die gesamte Industrieregion aufs Spiel gesetzt wird…“ , so klagte Dulig. Der Wirtschaftsminister forderte Siemens auf, diese „Entscheidung gegen Sachsen“ nachzuprüfen und Tillich will mit dem Konzern über Alternativen für die beiden sächsischen Standorte reden. Die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries mahnte und forderte an Siemens bei dem Stellenabbau fair und ehrlich mit den Mitarbeitern umzugehen. Gerade in den Standorten, die in strukturschwachen Regionen müssen erhalten bleiben oder andere Arbeitsplätze gestellt werden. „…Dennoch müsse ein solcher grundlegender Strukturwandel ‚verantwortungsvoll geschehen…“, erklärte Zypries.

 

Es gibt zudem auch ein Unverständnis und Empörung der Mitarbeiter in den Siemens-Standorten Görlitz und Leipzig. Die Beschäftigten sind in großer Sorge und Verunsicherung über ihre weitere Zukunft bei Siemens. Das ist ein Tiefschlag für die Betroffenen. Sachsen versucht die Stellen zu erhalten, deshalb gab es heute  auch Demonstrationen, um an den Standorten die Schließung zu verhindern.

 

 

Zudem steht  auch der Standort Offenbach mit rund 700 Beschäftigten vor dem Aus als auch ein Werk in Erfurt wird geprüft von Siemens, das zu mehreren Optionen steht, darunter auch zu einem Verkauf. An der Ruhr fallen 640 Stellen weg, dort soll aber das Werk weiterhin ein „Kompetenzzentrum für Dampfturbinen“ bleiben, dies teilte Siemens mit. Zum Großteil seien nicht nur Arbeiter betroffen, sondern auch Ingenieure, IT-Spezialisten und andere hochqualifizierte Fachkräfte. Die Verhandlungen des Siemens-Konzerns mit den Arbeitnehmern werden wahrscheinlich erst im neuen Jahr beginnen und spätestens im September 2018 abgeschlossen sein.

 

Weltweit sind rund 46.800 Beschäftigte beim Konzern  Siemens mit in der Kraftwerkssparte. Vor allem seine großen Gasturbinen in Deutschland und Europa wird er nicht mehr los, dies sorgt für einen Preisverfall und einer Überkapazität. Auch vor Bekanntgebung sind betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen, da die IG-Metall darin einen Bruch der bei Siemens geltenden Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung sieht, deshalb soll es massiven Widerstand gegen die Pläne angekündigt werden. Seit dem Jahr 2010 gelte bei Siemens eine Standort- und Beschäftigungssicherung. Betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen seien angeblich ausgeschlossen, so der IG Metall-Vorstand. „…Ausnahmen könne es nur geben, wenn das Unternehmen als Ganzes wirtschaftlich gefährdet sei…“, so der Konzern.

 

Das Geschäftsfeld der Prozessindustrie und Antriebe mit zuletzt ca. 44.800 Angestellten (weltweit) bietet etwa Getriebe, Motoren, Antriebe und Kupplungen für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie an, damit ist es auch stark von den Rohstoffpreisen abhängig. Beide Sparten wurden schon Konzernchef Joe Kaeser gekappt. Siemens spanischen Partner Gamesa (Windturbinenhersteller) werden Stellen gestrichen. Es wird schwieriger, die wachsende Konkurrenz etwa bei Windanlagen dort mitzuhalten. In der Kraftwerkssparte brach der Umsatz im vierten Quartal um 20 Prozent und der Gewinn sogar um 40 Prozent ein.

 

Siemens leidet genauso wie der Konkurrent General Electric unter einer generellen Schwäche des weltweiten Kraftwerk-Marktes. Der Trend zu erneuerbaren Energien und dezentraler Stromversorgung verlieren große konventionelle Kraftwerke an Bedeutung, weltweit. In Zukunft werden Gasturbinen deshalb immer seltener gebraucht. Das Wachstum zu grünen erneuerbaren Energien ändert den gesamten Markt um. In Deutschland und in anderen Ländern läuft schon die Energiewende. Immer mehr Leute speisen selbst ihren Strom ins Netz ein, den sie mit Solarzellen oder kleinen Blockheizkraftwerken produzieren und speichern.

 

Der gewaltige Siemens-Komplex ist längst ein Baudenkmal. Es ist ein 111 Jahre altes Dynamowerk und die etwa 150 Jahre alte Idee von Konzerngründer Werner von Siemens wurde in Berlin über Jahrzehnte in Maschinen umgewandelt, das „dynamoelektrische Prinzip“. Es sorgt dafür, dass aus Antriebskraft der Strom erzeugt wird. Auch drohe das Baudenkmal nun tatsächlich zum Museum zu werden, so munkelt man im Betriebsrat bei der derzeitigen Lage.

betroffene Standorte von Siemens:

  • Berlin
  • Duisburg
  • Erfurt
  • Erlangen
  • Essen
  • Görlitz
  • Leipzig
  • Mülheim
  • Offenbach


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