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Neue Hoffnung für Siemens-Mitarbeiter

Home News Wissenswertes Jan 28, 2018 | show | view 998



„Wir werden Görlitz nicht fallen lassen.“ Mit diesen Worten -am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos-, machte der Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser, hunderten Siemensianern, vergangene Woche neue Hoffnung. Noch wisse man zwar nicht wie, dennoch werde es einen Weg geben, denn Siemens sei stark genug, so Kaeser.

Schließung trotz Milliarden-Gewinn

siemens-482043_1920aDer Schock für für die ahnungslosen Mitarbeiter, kam im November des letzten Jahres. Nur wenige Tage, nachdem Kaeser einen Rekordgewinn von 6,2 Milliarden Euro verkündete, erfuhren die Beschäftigten aus der Presse, dass es in Zukunft einen Totalumbau des Unternehmens geben solle. Demzufolge plane der Konzern, rund 6900 Stellen abzubauen. Die Standorte Görlitz und Leipzig wolle man bis 2023 komplett schließen. Allein für Görlitz, bedeutet dies einen Stellenabbau von rund 960 Stellen.

Eine Begründung für den so plötzlich scheinenden Beschluss, lieferte der Megakonzern -welcher rund 350 000 Menschen weltweit beschäftigt-, gleich mit. Da die Zukunft der Sonnenenergie gehöre, ließen sich die Dampfturbinen, welche in Görlitz produziert werden, -trotz voller Auftragsbücher- in Zukunft nicht mehr verkaufen. Auf dem Energiemarkt gäbe es momentan einen rasanten Umbruch. Aus diesem Grund, wolle man die Arbeit der Görlitzer auch an die Kollegen in den Werken Mülheim in Nordrhein-Westfalen -welches ebenfalls um 640 Arbeitsplätze bangt-, sowie im tschechischen Brno übergeben.

Proteste reißen nicht ab

Seit Bekanntgabe der Pläne aus Siemens Chefetagen, reißen die Proteste der wütenden und um ihre Zukunft besorgten Mitarbeiter nicht ab. Doch nicht nur diese, sondern eine ganze Region, geht auf die Straße. Vereint in der Sorge um die Zukunft ihrer Heimat und auch die des Nachwuchses, kam es am 19. Januar unter anderem zu einer Großdemo, die von der IG Metall Ostsachsen organisiert wurde. Rund 7000 Menschen -darunter auch viele Schüler-, nahmen an der Kundgebung auf dem Obermarkt teil, welcher gleichzeitig den Treffpunkt zweier Demonstrationszüge darstellte. So kam einer dieser Züge vom vom Stellenabbau bedrohten Siemens-Werk, während der andere von Bombardier -dessen Zukunft ebenfalls ungewiss ist- aus startete.

Auf dem Fahrrad zur Aktionärsversammlung

Mit einem Zukunftspapier für den Standort Görlitz im Gepäck, starteten am Freitagmorgen ca. 35 Siemens-Mitarbeiter, unterstützt durch ein Spalier ihrer Kollegen, auf dem Rad in Richtung München. Nach fünf Etappen, soll das Ziel ihrer Tour die Aktionärsversammlung in der Olympiahalle sein, welche am Mittwoch stattfindet. Ihr Vorhaben ist es, das Zukunftspapier -in welchem die Mitarbeiter die Chancen ihres Werkes niedergeschrieben haben-, dem Siemens-Vorstand zu übergeben.

Anwohner in Angst um die Zukunft ihrer Region

Neben den 960 gefährdeten Arbeitsplätzen der Siemensianer, schaut man in Görlitz ebenfalls sorgenvoll auf viele weitere Stellen. So seien zudem Zulieferer, Dienstleister und einige andere unmittelbar von der Schließung des Werkes betroffen. Man sorgt sich um weiter steigende Arbeitslosigkeit, in einer Region, in der die Arbeitslosenquote aktuell bei ohnehin schon 8,7 Prozent liegt. Ebenfalls befürchte man eine erneute Abwanderungswelle. Hatte Görlitz in DDR-Zeiten noch über 70 000 Einwohner, sind es heute gerade einmal noch knapp über 50 000.

Auch Politiker zeigen sich über Kaesers Pläne entsetzt. So sei es „asozial“, Menschen um ihren Arbeitsplatz zu bringen, nur um noch mehr Profit einzufahren, sagte SPD-Chef Martin Schulz. Stanislaw Tillich wetterte unterdessen, dass Ostdeutschland -in westdeutschen Konzernzentralen-, wie Ausland behandelt werde. Und auch CDU-Landrat, Bernd Lange, äußerte sich sorgenvoll. So verschärfe das Vorhaben von Siemens die ohnehin kritische Stimmung. Es werde eine neue Abwanderungswelle geben, wenn sich nicht bald etwas ändern würde.

 

 



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