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Als Studienanfänger die richtige Hochschule finden

Home Ratgeber Wissenswertes Feb 03, 2021 | show | view 72232







In Deutschland gibt es aktuell 426 Hochschulen. Fachhochschule, Universität, Privathochschule oder Fernuni – was sind die Vor- und Nachteile der zahlreichen sich bietenden Möglichkeiten?

Studieren an Hochschulen – welche Hochschule passt zu wem?

Den Schulabschluss in der Tasche – grenzenlose Freiheit und die Qual der Wahl. Wer sich für ein Studium entscheidet, der muss sich nicht nur überlegen, welche fachliche Richtung er einschlagen möchte, sondern auch, für welche Form der Hochschule er sich entscheidet – Fachhochschule oder Universität? Privat oder staatlich? Fernstudium oder das „echte“ Studentenleben? Die deutsche Hochschullandschaft bietet eine große Auswahl und die Entscheidung fällt schwer, beeinflusst sie doch zu einem gewissen Teil den weiteren Verlauf des beruflichen Werdegangs.

 

Fachhochschule oder Universität?

Die Zugangsvoraussetzung für einen Platz an einer Universität ist das Abitur. Nicht selten wird abhängig von Studienfach und Uni auch ein bestimmter Notendurchschnitt (NC) vorausgesetzt. Für die Fachhochschule ist die Fachhochschulreife oder ein vergleichbarer Abschluss erforderlich. Als noch Diplom- und Magister-Abschlüsse an den Universitäten üblich waren, war der Unterschied zu den Fachhochschulen recht deutlich. FHs waren praxisorientiert und auf die Arbeit in der freien Wirtschaft ausgerichtet. An den Unis ging es mehr um Theorie und die Forschung stand im Mittelpunkt.
 
Mit der Einführung der Bachelor und Masterstudiengänge haben sich die Universitäten jedoch den Methoden der FHs angeglichen und zugleich streben die Fachhochschulen nach mehr wissenschaftlicher Anerkennung.
 
Inzwischen kämpfen die Fachhochschulen auch für das Promotionsrecht. Fachhochschüler dürfen zwar grundsätzlich auch einen Doktortitel erlangen, doch muss hierfür mindestens einer der Hauptgutachter der Promotion an einer Universität zu Hause sein. Die erste Fachhochschule in Deutschland, die die Doktorwürde verleihen darf, ist die FH in Fulda. Im Jahr 2016 erhielt die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Fulda das Promotionsrecht. 
 
Auch wenn Universitäten sich inzwischen mehr an der Berufspraxis orientieren und sich Fachhochschulen mehr und mehr um einen besseren wissenschaftlichen Ruf bemühen, im Großen und Ganzen gilt noch immer, dass die Entscheidung zwischen den beiden Alternativen typabhängig ist. Wer eher praxisorientiert ist, sollte sich für die Fachhochschule oder gar für ein Duales Studium entscheiden. Bei letzterem macht man parallel zum Studieren eine Ausbildung und kann so sogar bereits sein erstes Geld verdienen. Wer sich jedoch eher als Theoretiker sieht und vielleicht sogar einmal ganz in der Forschung aufgehen möchte, der ist an einer Universität besser aufgehoben.
 
Im Wintersemester 2016/2017 betrug die Anzahl der Hochschulen in Deutschland insgesamt 426 – darunter 216 Fachhochschulen und 106 Universitäten. Der Rest teilt sich auf Kunst-Hochschulen, Verwaltungsfachhochschulen, Theologische Hochschulen und Pädagogische Hochschulen auf.
 
Die Vorteile eines Universitätsstudiums kann man wie folgt zusammenfassen:
 

  • Wissenschaftliches Arbeiten und Theorie stehen an erster Stelle
  • Der Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Forschung
  • Möglichkeit zur Promotion

 
Die Vorteile der Fachhochschulen sind
 

  • Die praktische Ausrichtung des Studiums
  • Die intensivere Betreuung durch die Lehrenden
  • Die geringere Größe von Studiengruppen

 

Staatlich oder privat?

Neben der Frage nach der Art der Hochschule stellt sich die Frage „staatlich oder privat?“. Diese ist nicht zuletzt eine Frage des Geldes. An einer privaten Hochschule kostet ein Bachelor 520 € Studiengebühren im Monat. Zwar gibt es für private Hochschulen auch Stipendien und Finanzierungsangebote wie die sogenannten nachlaufenden Studiengebühren, bei denen man erst nach dem erfolgreichen Abschluss und dem entsprechenden Einkommen die Studiengebühren im Nachhinein bezahlt.
 
Doch bedeuten solche Finanzierungsangebote eine große Verpflichtung.
Denn was passiert, wenn man das Studium abbrechen möchte? Dann hat man keinen Abschluss in der Tasche, dafür aber einen Haufen Schulden. Dennoch stimmt das Vorurteil, dass ein Studium an einer privaten Hochschule nur etwas für Kinder aus reichem Hause ist, die an einer staatlichen Uni keine Chance hätten, auch nicht. Für die Zulassung an einer privaten Hochschule muss man für gewöhnlich einen harten Bewerbungsprozess durchlaufen. Die meisten privaten Hochschulen sind übrigens Fachhochschulen.
 
An privaten Hochschulen ist das Studienangebot für gewöhnlich stärker begrenzt als an staatlichen Hochschulen. Üblicherweise ist das Angebot auf wirtschaftliche, technische, naturwissenschaftliche und gesundheitsbezogene Studiengänge begrenzt.
 
Die Vorteile eines Studiums an einer privaten Hochschule:
 

  • Individuelle Betreuung
  • Ausstattung auf dem neuesten Stand
  • Geringe Abbruchquote
  • Berufsbegleitendes Studieren möglich
  • Enger Kontakt zur Wirtschaft

 
Die Vorteile einer staatlichen Hochschule hingegen sind:
 

  • Geringere Studiengebühren
  • breiteres Angebot an Studienfächern
  • nicht die wirtschaftlichen Interessen stehen im Mittelpunkt, sondern Forschungsinteressen

 

Fernstudium oder Präsenzhochschule?

Neben der Wahl zwischen Fachhochschule und Universität, staatlich und privat gibt es noch die Möglichkeit eines Fernstudiums. Fernuniversitäten werden immer beliebter. Die Fernuni Hagen ist sogar die größte Hochschule Deutschlands – und das, obwohl sie selten von einem Studenten von innen gesehen ward. Das Lernmaterial wird per Post verschickt und die Studierenden müssen lediglich zu den Prüfungen erscheinen sowie Bachelorarbeit schreiben. Zeitlich ist man mit einem Fernstudium voll flexibel. Man entscheidet selbst, wann man was lernt und zu welchem Zeitpunkt man eine Prüfung absolviert. Inzwischen existieren über 300 Studiengänge an Fernunis in Deutschland. Für gewöhnlich sind es Menschen, die bereits voll im Berufsleben stehen und eventuell sogar schon einen Uni- oder Fachhochschulabschluss haben, die sich für ein Fernstudium entscheiden. Denn ein Fernstudium lässt sich sehr gut neben dem Beruf unterbringen und ist eine gute Möglichkeit, wenn man sich neu orientieren oder durch ein Aufbaustudium weiter qualifizieren will. Auch Menschen mit kleinen Kindern bietet so ein Fernstudium eine gute Möglichkeit oder nicht zuletzt denjenigen, die zu Hause wohnen bleiben möchten, aber in einer Stadt mit geringer Einwohnerzahl und ohne Hochschule leben oder an der Uni vor Ort nicht angenommen wurden.
 
Für das Studium an einer Fernhochschule gelten die gleichen Finanzierungsmöglichkeiten wie an anderen Hochschulen. Studenten an einer Fernhochschule haben ebenfalls einen Anspruch auf Bafög. Zudem gibt es auch hier Förderprogramme und die Möglichkeit für Stipendien. Allerdings sind die Gebühren an Fernunis meist höher als an üblichen Hochschulen
 

Wer an einer Fernuni studiert, sollte sich über ein paar Dinge im Klaren sein

 

  • Das Studium erfordert für einen guten Abschluss mindestens ebenso viel Disziplin wie das Studium an einer Hochschule, an der die persönliche Anwesenheit erforderlich ist.
  • Zudem sollte man unbedingt darauf achten, dass die Fernhochschule seriös ist und einem nicht nur das Geld aus der Tasche zieht. Hier lohnt es sich, vorab ausreichend Informationen und Erfahrungsberichte aus erster Hand einzuholen und Rankings zu berücksichtigen, um wirklich eine Top-Fernuni mit anerkannten Abschlüssen auszuwählen. Nur rasch einen Blick auf die Website der Uni zu werfen reicht nicht aus.
  • Nicht zuletzt gilt es zu bedenken, dass man bei einem Fernstudium nur schwerlich Kontakt zu den Kommilitonen hat und der soziale Aspekt des Studierens außen vor bleibt – ein herkömmliches Studentenleben verpasst man an der Fernhochschule.


Tags #Bachelor #Fachhochschule #Fernhochschule #Fernstudium #Universität

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